Dirty Dancing, der feministische Film
Weiter gehts mit der Krankheits-Unterhaltung. In der Arte-Mediathek gibt es gerade eine Doku namens "Dirty Dancing": Romantik, Drama, Tanz!". Darin erzählen die Producerin Linda Gottlieb und die Drehbuchautorin Eleanor Bergstein von der Entstehung des Films. Bergsteins eigene Erlebnisse als junge, jüdische New Yorkerin der Upper Class in einem Ferienressort in den Catskill Mountains sind in den Film eingeflossen.
Die Doku war mega unterhaltsam. Ich habe Dirty Dancing vorher schon als feministischen Abtreibungs-Film wahrgenommen, aber wie sehr das alles Absicht war, war mir gar nicht klar.
Der Film wurde von über 40 Filmstudios abgesagt: "Den Subtext haben sie bestimmt nicht kapiert, sonst hätten sie erst recht abgelehnt" sagt Bergstein dazu. "Eine Romanze, in der eine junge Frau ihre Sexualität entdeckt, während eine andere sich zur Abtreibung entschließt, spricht in Hollywood niemanden an", heißt es in der Doku.
Bergstein berät heute Studierende, wie sie am besten ihre subversiven Themen in Drehbüchern durchbekommen, ohne, dass sie gestrichen werden.
Eine Anekdote, die bei mir hängen blieb: Für die Szene nach Pennys Abtreibung musste Bergstein die Schauspielerin wohl dreimal zurück in die Maske schicken, weil sie zu gut aussah. Bergstein musste der Maskenbildnerin erklären: "Sie hat eine illegale Abtreibung hinter sich, sie verblutet und stirbt!".
Über Pennys Rolle im Film heißt es, sie sollte "wie eine Prinzessin aus der Arbeiterklasse" aussehen.
Die Drehbuchautorin bekam wohl auch zu hören, dass Thema Abtreibung sei im Jahr 1987 sowieso nicht mehr aktuell, weil seit 14 Jahren legalisiert. Daher auch kein spannendes Material für einen Film. "Aber ich fand, man weiß nie". Well.
#doku #film