Berlin Brettspiel Con 2026
Es ist jedes Jahr wieder so unglaublich angenehm, auf der Berlin Brettspiel Con zu sein. Diese Masse an sichtbar nerdigen Menschen, die einem nerdigen, sozialen, analogen Wohlfühl-Interesse nachgehen, tut jedes Mal gut. Social Media Antidote, oder so.
Aran und ich hatten zum ersten Mal Badges, das heißt, wir waren nicht nur am Samstag und Sonntag auf der Con, sondern auch am Freitagabend zur Game Night.
Bei unserem ersten Besuch auf der Berlin Con, 2023, hatte ich Sorge, dass einen ganzen Tag lang Brettspiele lernen und spielen zu anstrengend sein könnte und dass ich schnell überreizt sein würde. Tatsächlich ist es mit Noise Cancelling Kopfhörern, Spaßgetränken, viel Essen im Rucksack und einen strategisch ausgesuchten, ruhigen Sitzplatz gut aushaltbar. Die freie Spielefläche ist klimatisiert, also viel angenehmer als das Berlin außerhalb der Con bei 28 Grad.
Im ersten Jahr waren wir zu zweit, mittlerweile haben wir schon mit einigen Friends und Bekannten auf der Berlin Con Brettspiele gespielt. Zusammen die Hallen exploren und den ganzen Tag gemeinsam spielen ist jedes Mal richtig schön.
Ich bin auch jedes Jahr wieder begeistert davon, dass ein großer Teil der Berlin Con von Ehrenamtlichen organisiert wird. Die freie Spielfläche zum Beispiel, auf der man so viele Spiele ausleihen kann, wie man möchte, und auf der wir immer am meisten Zeit verbringen. Der Brettspiel-Flohmarkt, mit dem die Con mal begann, aber auch.
Dieses Jahr war zum ersten Mal ein Awareness-Team unterwegs, das breit beworben wurde. Es gab FLINTA*-Spieleflächen und -Toiletten. Die FLINTAs-Tisch, eine feministische Brettspielgruppe, hatten auch letztes Jahr schon seinen sehr präsenten Spot für ihren Stand vor dem Eingang zur Freispielfläche. Diese Sichtbarkei finde ich echt gut. Tatsächlich hatte eine Person in unserer Gruppe schonmal eine unschöne Mansplaining-Situation auf der Con.
Dieses Jahr haben wir diese Spiele gespielt:
- Kintsugi: Man bekommt Punkte fürs Geschirr-Sets sammeln und reparieren, wenn sie kaputt gehen. Ich mag das Thema, das Artwork und Gameplay fand ich okay bis gut.
- Living Forest: Als Waldgeister rettet man um die Wette den Wald, dafür baut man sich während des Spiels ein Deck und sammelt Ressourcen. Hatte Spaß beim Spielen, könnte aber hübscher sein.
- Pergola: Man sammelt Blumen auf seinem Spielbrett, die bestimmte Insekten anziehen, das gibt dann Punkte. Gibt schon viele ähnliche Puzzle-Spiele, die ich mag, dieses mag ich auch, weil es sehr pretty ist. Man kann sehr frei sein Spielbrett bepuzzlen, das kenne ich so noch nicht. Haben wir nach dem Probespielen auf der Spielefläche gekauft.
- Perspectives: Kooperatives Spiel, bei dem Rätsel löst. Wir haben im Tutorial einen Einbruch aufgeklärt und im ersten Fall einen Kunstdieb ermittelt. Ich bin leider gar nicht so Fan von solchen Rätsel-Spielen, meine Gruppe aber schon.
- Mischwald Dartmoor: Man baut sich mit Karten seine eigene kleine Wald- und Moorlandschaft mit Bäumen, Pflanzen und Tierchen, dafür gibts Punkte. Ich mag Mischwald und diese Neuauflage auch. Selbst, wenn jemand anderes mehr Punkte hat und gewinnt, ist das Sammeln und Erreichen von eigenen kleinen Zielen spaßig. Und es ist einfach ein wunderhübsches Spiel, daher haben wir auch das gekauft.
- Das Schicksal der Gemeinschaft: Kooperatives episches Herr der Ringe-Spiel. Ich schaffe es nicht so richtig, mich für diese Art von Spielen zu begeistern verliere schnell den Überblick und fühle mich dann doof. Gut fand ich, dass meine Gruppe viel Spaß hatte.
- Pollen: Sehr hübsches Puzzlespiel mit Blumen und Insekten. Die Karten sind wirklich sehr hübsch. Man kann sich wundervoll den Kopf zerbrechen, wo man seine Kacheln als nächstes anlegen könnte. Ich mag solche verkopften, schön illustrierten Spiele. Bei diesem sind die Regeln verhältnismäßig schnell gelernt und es ist recht kompakt.
- Happy Mochi: Leicht komplexeres Uno in cuten Pastellfarben mit Mochi-Thema. Fand ich sogar ganz lustig, obwohl auch diese Art von Spiel eigentlich nicht so meins ist.
- Die Stunde der Maus: Als Mäuse-Bande erlebt man Abenteuer in einer Kuckucksuhr. Ich weiß gar nicht, wie ichs finde. Ich habe die Spielmechaniken nicht ganz durchdrungen, aber die Idee mit der Uhr, auf der Mäuse rumklettern, und das ganze Spielbrett sind unglaublich whimsy and I appreciate that.
- Cozy Stickerville: Arans Fave, er wollte das schon sehr lange spielen. Meiner Meinung nach hat es Cozy nur wegen dem Trend im Namen, der Art Style ist eher Farmville als Cozy, obwohl definitv inspiriert durch Harvest Moon und Stardew Valley. Hat aber Spaß gemacht in der Gruppe, das mit den Stickern ist schon auch süß.
#brettspiele