Eintrag vom 17.07.2026 23:44 🔗
Bin immer noch krank. Heute sogar noch kränker als die Tage davor. Immerhin war ich heute Nachmittag fit genug um YouTube-Videos zu schauen.
Ich habe mich in eine Bubble von Creatorinnen aus Hanoi fallen lassen. Junge, allein lebende Frauen mit sehr wenig Geld, aber guten Smartphone-Kameras, die ihren Alltag in Vietnam für Menschen filmen, die nicht in Vietnam leben.
Ich mag dieses YouTube-Genre allgemein, also: Vlogs von jungen Frauen in Großstädten irgendwo auf der Welt.
So kann ich erfahren, dass man auch in einem sehr kleinen Zimmer in Hanoi mit zwei Katzen wohnen und soziale Ängste haben kann.
Für viele sind die Videos ein Versuch, eine weitere Einkommensquelle zu finden. Finde ich vollkommen okay.
Die Frauen zeigen ihre Alltagsroutinen, gehen einkaufen, kochen, zur Arbeit. Sie lernen für die Uni, leiden unter der Hitze, lauschen dem Regen. Gehen in Parks, holen sich Bánh Tráng Nướng (Gegrilltes Reispapier mit Toppings) oder Cháo Bồi (Meeresfrüchte Porridge) von Straßenverkäufer*innen und fahren mit dem Moped durch die Stadt. Es ist alles sehr anders, aber auch sehr vertraut.
Bei allem, was sie kaufen, wird der Preis genannt, immer mit der Umrechnung in Dollar, oft auch in Euro.
Die meisten Creatorinnen nutzen KI-Übersetzungen und KI-Synchros für Skripte, die sie auf Vietnamesisch geschrieben haben (nehme ich an). Bisschen unangenehm, aber dann doch auch cool, so Einblicke in Perspektiven von Menschen zu bekommen, die vorher nicht möglich gewesen wären. Der Inhalt ist ja nicht KI. Ich habe aber auch Videos einer Creatorin geschaut, die selbst übersetzt und eingesprochen hat.
#YouTube