Zum Bodensee mit der Schwarzwaldbahn
Am Berliner Hauptbahnhof gönnen wir uns noch Matcha von Brammibals, wer weiß, wann wir das nächste mal guten Matcha trinken können, denn heute verlassen wir Berlin und fahren an den Bodensee.
Mit dem ICE geht es nach Offenburg (noch nie gehört) und von dort mit der Schwarzwaldbahn nach Radolfzell. Ich binge während der ICE-Fahrt erst die neueste Staffel des Seelenfänger-Podcast (sehr gut) und dann Inside CumEx (auch sehr gut, ich bin jetzt Anne Brorhilker-Fan, eigentlich schon seit dem Interview mit Tilo Jung). Dabei spiele ich Pokopia. Sechs Stunden lang, ganz normal.
Der Umstieg in Offenburg läuft denkbar schlecht, obwohl wir genug Zeit haben. Der RE2 nach Konstanz soll an Gleis 5 ankommen, nein, jetzt an Gleis 6, direkt gegenüber. Da kommt erst ein Regio ohne Anzeige an, wir rein, Anzeige geht an, nein, der geht nach Freudenstadt, wieder raus. Dann kommt noch ein Regio an, der müsste es sein, aber ich hab schon so ein Gefühl und tatsächlich gehen erst Leute rein und dann wieder raus. Das ist der Zug nach Karlsruhe. Gegenüber an Gleis 5, wie ursprünglich geplant, kommt dann wirklich der RE2 nach Konstanz an. Also in Brandenburg ist mir sowas noch nicht passiert. Drinnen setzen sich Leute und springen wieder auf, weil sie eigentlich nach Karlsruhe wollen. Die Schaffnerin macht eine Durchsage, dass dieser Zug nach Konstanz fährt.
Dann fährt sie los die Schwarzwaldbahn. Starkregen setzt ein. Vor dem Zugfenster ist es hügelig und waldig, viele süße Häuser mit süßen kleinen Gärten mit Rosensträuchern. Hier haben ganz sicher alle ein Auto, denke ich. Immerhin sitzt im Zug schräg gegenüber jemand mit blauen Haaren. Draußen werden die waldigen Hügel höher, dazwischen wabern dicke Wolken. Es ist klischeeig, aber ich finde das tatsächlich irgendwie einengend, wenn auch hübsch. Berge sind schön zum Wandern, zum Durchatmen mag ich Meer.
In St. Georgen steht neben dem Gleis eine Holzhütte mit einem weißen Schild, auf dem das Baujahr “1873” steht. Auf dem Dach sind Solarpanele.
Wir kommen mit 15 Minuten Verspätung in Radolfzell an. In einer Durchsage verkündet die Schaffnerin, dass der Zug aufgrund der Verspätung hier endet. Alle stöhnen und grummeln. Zum Glück wollen wir nicht nach Konstanz. Wir werden mit dem Auto abgeholt.
Das Haus ist rot und aus Holz. Drumherum ist es grün, hinter dem Haus ist eine Wildwiese, man riecht die große alte Linde im Garten. Von unserem Fenster aus kann man den Bodensee sehen.
Achja, ich habe einen neuen Nachnamen.
#reisen